ZENTRUM FÜR PROSTATADIAGNOSTIK

Prostatakrebs ist mit jährlich 50.000 Neuerkrankungen der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Um ihn auszuschließen, reicht die rektale Tastuntersuchung sowie die Ultraschalluntersuchung allein oft nicht aus.

Sichere Prostatadiagnostik durch multimodale Bildgebung

Die MRT der Prostata ist das derzeit beste bildgebende Verfahren zur Darstellung der Prostata zum Ausschluss oder Nachweis eines Tumors. Die MRT ermöglicht mehr Diagnosesicherheit durch multimodale Bildgebung: Perfusion, Diffusionsbildgebung und gegebenenfalls MR-Spektroskopie liefern genaue Informationen über den Ort und die Ausbreitung eines möglichen Tumors - ohne in den Körper eingreifen zu müssen.

Mit jährlich 50.000 Neuerkrankungen ist das Prostatakarzinom der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Was zu seiner Entstehung führt, ist wie bei vielen anderen Krebserkrankungen weitgehend unbekannt. Ursächlich dürften aber genetische Faktoren, fettreiche Ernährung, Umweltfaktoren sowie Hormoneinflüsse sein. So ist z.B. das Erkrankungsrisiko etwa 4-5 fach erhöht, wenn Vater oder Brüder an Prostatakrebs erkrankt sind.

Die ab dem 50. Lebensjahr empfohlene Tastuntersuchung der Prostata ist leider nicht sehr zuverlässig. Gerade kleine Tumore sind damit nur schwer zu entdecken. Auch die transrektale Sonographie besitzt nur eine eingeschränkte Aussagekraft. Der Urologe bestimmt daher als Ergänzung auch den so genannten PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen). Liegt dieser über 4,0 ng/ml besteht der Verdacht auf einen Tumor und es sollte eine Gewebeprobe (Biospie) der Prostata genommen werden. Der Grund: Rund 30 % der über 50-jährigen Männer und bis zu 70% der über 80-jährigen haben ein symptomloses Karzinom der Prostata – oft versteckt zwischen gutartigen Knoten.

Der PSA-Wert ist jedoch in über der Hälfte der Fälle bei gutartigen und harmlosen Erkrankungen der Prostata erhöht. Die meist ungezielte Biopsie (bis zu 18 Proben) erreicht eine Trefferquote von nur 30 bis 40 %. Dieses Vorgehen ist somit alles andere als ideal.

Wenn bei der Biopsie keine Tumorzellen gefunden werden, schließt das dennoch einen Tumor keineswegs aus. Gegebenenfalls muss die Biopsie dann wiederholt werden. Im Falle eines Tumornachweises bleibt dagegen oft unklar, wie ausgedehnt und aggressiv dieser ist.

Bei der Diagnose von Prostatakrebs ist die Kernspintomographie anderen bildgebenden Verfahren deutlich überlegen. Durch die Möglichkeit der funktionellen MRT-Diagnostik ist sie das derzeit beste bildgebende Verfahren zur Darstellung der Prostata und liefert wichtige Hinweise auf den genauen Ort und die Ausbreitung eines Tumors sowie dessen Aggressivität - ohne in den Körper eingreifen zu müssen. Die MRT kann helfen, eventuell unnötige diagnostische und therapeutische Eingriffe bei wenig aggressiven Tumoren oder gutartigen Veränderungen zu verhindern.

Verdächtige Areale können durch die MRT schon vor! einer geplanten Biopsie (Gewebeentnahme) identifiziert werden und die Wahrscheinlichkeit, den Tumor auch zu treffen, steigt erheblich an. Die bei der MRT-Untersuchung gewonnen Bilddaten können im Falle einer notwendigen Biopsie direkt auf die Ultraschallbilder des Urologen übertragen werden und so den (sonographisch meist unsichtbaren) Tumor für die Biopsie markieren (sog. MRT-Fusionsbiopsie).

Verdächtige Areale in der Prostata müssen zur genauen Einordnung und zur Sicherung der Diagnose biopsiert werden. Die MRT-Fusionsbiopsie ist ein neuartiges Verfahren, bei dem durch Kombination von MRT-Bild mit der Sonographie während der Biopsie gerade kleine und ungünstig gelegene Tumorherde mit deutlich höherer Sicherheit (bis zu 85%) getroffen werden können.

Wenn ein Tumor (auch in der Biopsie) nachgewiesen wurde, kann die MRT wertvolle Informationen für die weitere Therapieplanung liefern: ob z.B. eine Operation oder eine Bestrahlung sinnvoller ist oder ob noch abgewartet werden kann (sog. Active Surveillance). Denn nicht jeder Tumor wächst aggressiv.

Die Sicherheit für Patienten kann mit der MRT der Prostata im Rahmen der Active Surveilance ganz erheblich verbessert werden, da ein agressives Tumorwachstum bereits frühzeitig erkannt werden kann.

Da die Kernspintomographie keine Röntgenstrahlen einsetzt, eignet sie sich zudem hervorragend für Verlaufskontrollen bei unklaren Befunden.

Auch bei der Suche nach einem sog. Lokalrezidiv (erneuter PSA-Anstieg nach Therapie) ist die MRT hilfreich.

Umgekehrt gilt: bei fehlendem Tumornachweis in der Prostata-MRT ist ein aggressives Tumorwachstum relativ unwahrscheinlich.

1. Hochauflösende Bildgebung

Hochauflösende MRT-Bilder der Prostata und der Umgebung zeigen die exakte Anatomie sowie verdächtige Areale (Pfeil: kleines Prostatakarzinom).

2. Diffusionsbildgebung (DWI)

Eine weitere Innovation der Prostatabildgebung, die wir in unserer Praxis anbieten, ist die sogenannte Diffusionsbildgebung: Dabei wird die Diffusion (Bewegung) von Wassermolekülen untersucht und graphisch dargestellt. Insbesondere aggressive Prostatakarzinome können so leichter entdeckt werden, da bei diesen die Wasserdiffusion durch die erhöhte Zelldichte im Tumor eingeschränkt ist.

3. Perfusionsbildgebung (Dynamische MRT)

Bei der Perfusionsuntersuchung wird das Kontrastmittelverhalten in der Prostata im zeitlichen Verlauf als Indikator für die Durchblutung untersucht. Tumore benötigen zum Wachstum Nährstoffe und sind daher in der Regel vermehrt durchblutet, dadurch unterscheiden sie sich von normalem Prostatagewebe.

4. MR-Spektroskopie (MRS)

Zusätzliche Sicherheit durch die Hochfeld MRT-Spektroskopie (MRS) der Prostata

Mit diesem Spezial-Verfahren kann ein Tumor direkt durch verdächtige Stoffwechselprodukte nachgewiesen werden. So ist bei einem Prostatakarzinom das für normales Prostatagewebe typische Zitrat erniedrigt und das Cholin erhöht. Bei der Untersuchung wird die Prostata von uns systematisch nach solchen verdächtigen Arealen abgesucht.

Der Magnetresonanztomograph erstellt hochauflösende Aufnahmen der Prostata und bildet auch umgebende Strukturen wie die Samenblasen und den Beckenboden präzise ab. Dafür muss bei herkömmlichen MRT-Systemen mit einer Feldstärke von höchstens 1,5T meist eine Endorektalspule in den Enddarm eingeführt werden. Eine unangenehme Prozedur, die wir unseren Patienten durch den Einsatz eines hochmodernen 3T-Hochfeld-MRT mit Multi Transmit Technologie ersparen.

Die gesamte Untersuchung wird ohne Spule bequem im Liegen durchgeführt und dauert etwa 25 Minuten.

Um die Durchblutung der Prostata darzustellen sowie Lymphknoten und andere Strukturen besser differenzieren zu können, wird ein gut verträgliches Kontrastmittels (Gadolinium) über eine Armvene verabreicht. Informieren Sie uns bitte, wenn bei Ihnen eine entsprechende Allergie oder eine Funktionsstörung der Niere vorliegt. Bei der Untersuchung sollte die Harnblase möglichst leer sein.

Da die MRT der Prostata sehr empfindlich auf Bewegungen reagiert, wird vor der Untersuchung ein gut verträgliches Medikament gegeben, das den Darm ruhig stellt (Buscopan). Sie sollten vor der Untersuchung möglichst wenig trinken sowie auf Kaffee und Tee verzichten. Am Tag vor der Untersuchung müssen blähende Speisen (z.B. Bohnen) gemieden werden.

Wichtig: eine MRT-Untersuchung der Prostata sollte nicht in den ersten 6 Wochen nach einer Prostatabiopsie durchgeführt werden.

Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten der Vorsorgeuntersuchung meist in voller Höhe. Gesetzlich versicherte Patienten können die MRT der Prostata als Selbstzahler-Leistung in Anspruch nehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten dieser aufwändigen Untersuchung derzeit leider nicht.

Profitieren Sie von unserer Erfahrung: wir bieten Ihnen auf Wunsch auch eine Zweitbefundung bzw. Zweitmeinung an.

Sie haben Fragen zur Prostata-Diagnostik? Wir beraten Sie gern.

Tel.: 089 550 59-60
E-Mail: prostata-diagnostik{at}die-radiologie.de